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Der TSV Brannenburg hat tatsächlich zwei Eigengewächse in der ersten Bundesliga. Lars und Sven Bender sind seit der Saison 2009/10 dabei. Für all diejenigen, die ein bisschen mehr wissen wollen, haben wir in Absprache, diese Info-Seite geschaffen.
TSV BRANNENBURG IN DER 1. BUNDESLIGA
Bundesliga? Ja genau: Bundesliga. Dabei ist der TSV Brannenburg sogar zweimal vertreten. Die Zwillinge Lars und Sven Bender haben den großen Sprung ins Rampenlicht des Profifußballs geschafft.
Als am 27. April.1989 die beiden in Rosenheim das Licht der Welt erblickten, war noch nicht klar, dass hier zwei Jungs heranwachsen sollten, die sich zum Stolz der Fußballabteilung des TSV Brannenburg entwickeln würden. Dass Fußball ihre große Leidenschaft werden würde, zeichnete sich aber schon relativ früh ab. Hilfreich war sicher auch der Umstand, dass die Eltern Sabine und Hartmut ein Haus direkt neben dem Sportgelände des TSV bezogen hatten. Was war daher naheliegender als Fußball? Diese Tatsache, gepaart mit dem Umstand, dass die Jungs aber gleichzeitig auch von früh an auch noch fußballverrückt waren, ergab eine Mischung, die sie dorthin führte wo sie nun stehen. Es verging fast keine Minute, in der man Sven und Lars nicht auf dem Nebenplatz finden konnte oder auf dem Trainingsplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Jede Minute der Freizeit war Fußball. Und standen einmal im Winter die Tore nicht zur Verfügung, dann zeichnete man kurzerhand per Lehm eines an die weißen Wände der TSV-Turnhalle. Dass beide mit einem außergewöhnlichen Talent gesegnet waren, zeigte sich dann schnell in den F-Jugend-Spielen der beiden. Quasi im Alleingang besiegten sie zusammen mit ihren Freunden die Gegner und dies meist zweistellig, wobei im Schnitt 9 von 10 Toren auf ihr Konto gingen. So ist es nicht verwunderlich wenn man in den alten Ausgaben der Vereinzeitschrift „die blau-weisse“ Überschriften findet wie: „Wirbelwind über der Abwehr des ASV Au – 15:2“ oder „ Der Tornado geht weiter“, „Brannenburg - Heufeld 21:0“. Dies mündete in zwischenzeitliche Feststellungen wie: Tabellenführung gewahrt, 21:0 Punkte und 87:4 Torverhältnis (Tore: Bender Lars gesamt: 45 und Bender Sven gesamt: 34).
Dabei zeichnete sich schon frühzeitig ab, dass man es nicht mit normalen Fußballtalenten zu tun hatte, sondern um mehr. Hier und da trainierten auch beide mal bei der AH (Altherren) mit. Und selbst da taten sich einige der 30 Jahre älteren Herren schwer, die genauen Pässe und Abspiele der beiden kleinen Blondschöpfe zu verhindern. Parallel forderten sie sich auch gegenseitig, was der schnellen weiteren Entwicklung keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: als Vater Hartmut, der gleichzeitig mittlerweile das Training seiner Jungs hier im Verein übernommen hatte, erkannte, was für Möglichkeiten sich entwickeln könnten, fasste er den Entschluss seine beiden Söhne kurzerhand nach Unterhaching zu bringen, um dort bei der Spielvereinigung gleichzeitig als Jugendtrainer anzuheuern. So sollte es sein, dass Sven und Lars als knapp elfjährige in die E-Jugend des zu diesem Zeitpunkt in der ersten Bundesliga spielenden und für seine gute Jugendarbeit bekannten Münchner Vorstadt-Klubs gingen, sehr zum Leidwesen ihrer Brannenburger Freunde und Mannschaftskameraden, die sich nun an den Umstand gewöhnen durften, selbst wieder die Tore schießen zu müssen. Unterhaching lag verkehrstechnisch sehr gut, so dass sich Schule und Hobby, trotz der doch nun wesentlich höheren zeitlichen Belastungen gut kombinieren ließen. Gleichzeitig war Unterhaching als Vorstadt zu München prädestiniert dafür, jederzeit im Dunstkreis der beiden anderen großen Münchner Klubs wahrgenommen zu werden. Und so sollte es schließlich sein, dass man bei den Münchner Löwen auf die beiden Talente schnell aufmerksam wurde. Daher ließen sich es die beiden in Absprache mit den Eltern nicht zweimal sagen, als ein entsprechendes Angebot von 1860 München vorlag, den Club zu wechseln, zumal beide schon als Kinder mehr mit den blauen als mit den roten sympathisiert hatten. So kam es schließlich, dass Sven und Lars mit 13 Jahren schließlich an der Grünwalder Strasse landeten. Hier erfuhren Sie dann weiteren Feinschliff durch versierte, gut ausgebildete Jugendtrainer. Nicht nur im sportlichen, aber auch im spieltaktischen Bereich wurden ihre Fähigkeiten ausgebaut. Hier wurde auch ihre Ausrichtung auf dem Spielfeld noch weiter gefestigt, nämlich die eines klassischen Mittelfeldspielers vor der Abwehr, also dem 6er. Wie von Zwillingen zu erwarten hatten sich beide dabei parallel entwickelt, auch wenn man sagen könnte, dass Lars die etwas offensivere Variante dabei darstellte.
  
(von links nach rechts: Lars Bender - F-Jugend 1994/95 Sven und Lars sind links unten - Sven Bender) Die Benders in ihrer F-Jugend
Dass man dann nach relativ kurzer Zeit auch beim DFB auf die beiden aufmerksam wurde war nicht verwunderlich und so sollte es nicht lange dauern, bis die erste Berufung in die U16 Nationalmannschaft erfolgte. Im Jahre 2006 dann der erste richtig große Erfolg als Jugendspieler. Sven und Lars wurden deutscher Meister der B-Junioren mit 1860 durch ein 2:0 gegen Borussia Dortmund. Im gleichen Jahr nahmen sie an der U17-Europameisterschaft in Luxemburg teil, die sie als Vierte beendeten. All diese Belastungen hielten die Zwei allerdings zu keinem Zeitpunkt davon ab, ihr vertrautes Umfeld, sowohl das Elternhaus, als auch den Freundeskreis in Brannenburg zu verlassen. So war es selbstverständlich, dass, wann immer möglich, zwischen München und Brannenburg gependelt wurde. Schnell wurde klar, dass Sven und Lars von vielen Seiten begehrt waren. Daher machte es Sinn sich einen Berater zu nehmen. Dieser erhielt viele Anfragen namhafter Clubs, sowohl aus England oder Spanien. Man entschied sich dann aber für das Angebot des Zweitligisten TSV 1860 München, das einem eine klare Perspektive bot auch sich innerhalb des Profikaders in der Bundesliga durchzusetzen und entsprechende Spielerfahrung in Deutschlands zweithöchster Liga zu erfahren. So setzten die Beiden dann im April 2007 ihre Unterschrift auf ihren ersten Profivertrag. Im gleichen Jahr erhielt schließlich Lars die Fritz-Walter-Medaille, die den besten Spieler Deutschlands innerhalb eines Jahrganges auszeichnet. Sven wurde dabei Dritter. Sehr schnell avancierte Lars zum Stammspieler bei den Löwen. Leider wurde seine Spielserie durch eine Reihe von verschiedenen Verletzungen immer wieder unterbrochen. Sven ersetzte ihn dann adäquat. Schließlich sollte es auch mehrfach passieren, dass der Name Bender auf der Mannschaftsaufstellung doppelt auftauchte. So sammelten beide wertvolle Spiel- und Wettkampfpraxis. Ein Umstand, der für beide von großer Bedeutung bei der U19 Europameisterschaft 2008 in Tschechien werden sollte. Man hatte es bis ins Endspiel geschafft. In diesem erzielte Lars dann durch einen wunderschönen Treffer die Führung für das DFB-Team. Man gewann schließlich mit 3:1 gegen Italien. Man war Europameister. Nicht nur, dass beide jeweils für kurze Zeit Kapitän dieser U19-Nationalmannschaft waren, nein, man hatte hier den ersten richtig bedeutenden Titel errungen.

Auch dies sollte die Aufmerksamkeit der Fußballfachleute noch weiter auf die beiden Brannenburger lenken. Schließlich war es dann die Werkself von Bayer Leverkusen, die im Laufe des Jahres 2009 einen Vertrag mit Lars ab der Spielzeit 2010/11 abschloss. Doch nicht Lars, sondern Sven sollte es sein, der diesmal einen Tick schneller war als sein Bruder. Einer der bedeutendsten Vereine der Bundesliga klopfte, in Person von Jürgen Klopp, an und so kam es, dass Sven dann noch vor Beginn der Saison 09/10 zur Borussia nach Dortmund wechselte. Dem konnte und wollte dann auch Lars nicht nachstehen und so kam es, dass der TSV 1860 dem Bitten von Lars nachgab und dieser noch im September 2009 die Freigabe für Bayer Leverkusen erhielt. Damit war der nächste Etappenschritt erreicht: 1.Bundesliga. Dass beide nun nicht mehr jeden Schritt des Tagesablaufes miteinander ausüben, hat der Leistungs- fähigkeiten aber keinen Abbruch getan. Sven kam sehr schnell zu seinen Einsätzen, über die gesamte Spieldistanz und Lars wurde von Trainer Jupp Heynckes sehr schnell als Option für die Mittelfeldoffensive der Werkself erkannt. Und so kam es auch, dass er November im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, fünf Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Bundesligator erzielte. Zwischenzeitlich hatten Lars und Sven die Möglichkeit zusammen die U-20 Welt- meisterschaft in Ägypten zu spielen, bei der man unglücklich im Viertelfinale gegen Brasilien in der Verlängerung ausschied. Zuvor hatten beide gezeigt welch wichtige Spieler sie auch hier für ihr Team waren und sind. Dass man dann unmittelbar nach dieser WM auch noch erstmals in der Bundesliga aufeinander traf und dabei sogar direkter Gegenspieler war, stellte eine weitere Episode dar. Die zweite Bundesligasaison (2010/11) der Beiden sollte dann aber schon den/die ersten Knaller bringen. Sven wurde nach dem Ausfall des etatmäßigen Kapitäns Sebastian Kehl, durch seinen Trainer Jürgen Klopp für die vakante Stelle des defensiven Mittelfelds auserkoren. Das was er dann auf dieser Position für den BVB leistete, ließ ihn schnell zum unverzichtbaren Teil einer Mannschaft werden, wie Sie die Bundesliga in dieser Form schon lange nicht gesehen hatte. Er überzeugte seinen Trainer durch seine unglaublichen Laufwege, sein Gespür für die richtige Raumbeherrschung und die damit verbundene Fähigkeit die Aufbauwege des Gegners empfindlichst zu stören. Er war einer der Garanten für eine außergewöhnliche Saison, einer grandiosen Saison, die schließlich mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft endete. Auch Bundestrainer Joachim Löw wurde dadurch auf ihn aufmerksam und so konnte Sven, dem im Übrigen im Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern im Februar 2011 das erste Bundesligator geglückt war, sich über seine erste Länderspielnominierung (gegen Italien) freuen. Dass er dabei nicht zum Einsatz kam, tat dem ganzen keinen Abbruch, denn nur ein paar Wochen später sollte es soweit sein. Auch wenn Sven sein erstes Länderspiel gegen Australien am 29. März 2011 verlor (1:2), so kann er sich seitdem auch Nationalspieler nennen. Mit dem Gewinn der Meisterschaft war natürlich auch die Qualifikation zur Teilnahme an der Champions League perfekt. Und zumindest da wollte Bruder Lars natürlich nicht nachstehen. Auch das Team von Bayer 04 Leverkusen spielte eine hervorragende Saison, in der Lars aufgrund der extrem guten Besetzung des Mittelfeldes (Ballack, Vidal, Roberto August, Barnetta, Rolfes etc.) und dem Rotationsprinzip von Jupp Heynckes nicht immer volle Spielzeit erhielt. Dennoch nutzte er bei Einsätzen immer wieder seine Möglichkeiten und kam daher auch immer regelmäßig in der EuroLeague zum Spielen.
Dies stellt nur einen kurzen Überblick über diese bereits schon so erfolgreichen Karrieren dar, Karrieren, die hoffentlich noch lange andauern werden . Leider kann man die Beiden daher nicht mehr so häufig bei Spielen unserer Ersten am Spielfeldrand antreffen, bei denen sie ihren ehemaligen Mannschaftskameraden bisher immer die Daumen drückten. So wie die Beiden nun aus der Distanz den TSV unterstützen, so unterstützen wir Lars und Sven bei jedem ihrer Einsätze hier aus Brannenburg.
Wir hier in Brannenburg sind jedenfalls sehr stolz auf unsere Jungs und wünschen ihnen stets das Beste und den größtmöglichen Erfolg auf ihrem weiteren Weg, wo immer der hinführt!
HAUT REIN!!!!
Lars Bender bei Bayer 04 Leverkusen und beim DFB (jeweils klicken) |
 
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Sven Bender bei Borussia Dortmund und beim DFB (jeweils klicken) |
 
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